Carl Friedrich Wilhelm Großmann

Am 21. August 1921 hörten Nachbarn von Großmann die Schreie seines letzten Opfers, Marie Nitsche, und riefen die Polizei. Durch ihr Eintreffen und das Aufbrechen der Tür verhinderten die Polizeibeamten den Serienmörder daran, sich selbst zu richten. Sie fanden im Ofen der Küche die verkohlten Reste menschlicher Hände.

Großmann war eines von acht Kindern eines brutalen Lumpensammlers, der seine Frau schlägt und regelmäßig betrunken misshandelt und vergewaltigt - im Beisein der Kinder. Die Neigungen des Vaters werden zu denen des Sohns: er führte bereits als junger Mann ein rohes und blutrünstiges Leben, wurde Metzger um seinen Neigungen zu entsprechen und seiner Brutalität ein Ventil zu geben. Nach 1895 zog der damals 32-jährige durch Süddeutschland, verdiente seinen Lebensunterhalt als Bettler, Kleinkrimineller und Hausierer. Er wurde mehrfach vor den Richter gebracht und verbrachte wegen kleinerer Vorfälle aber auch wegen Sexualdelikten einige Haftstrafen.

1899 vergewaltigte er an einem Tag zwei kleine Mädchen - eine zehn- und eine vierjährige (!). Das kleinere Mädchen starb an den schweren Verletzungen die der Mann ihr beigebracht hatte. Für diese Taten wurde er zu 15 Jahren Zuchthaus in Bayreuth verurteilt.

1913 wurde er entlassen und kehrte nach Berlin zurück - und hat dort nach den Vermutungen der Polizei am schlechten Ruf des Stadtviertels Berlin-Friedrichshain, eine der damals ärmsten Gegenden der Großstadt, mitgearbeitet. Für die wenigsten Verbrechen, die ihm zugeschrieben werden, gibt es jedoch Belege und vor seinem Suizid hat er nur drei Morde zugegeben, bevor er sich an der Tür seiner Zelle mit dem Bettlaken erhängt.

Vermutlich hat Großmann mehr als 100 Mädchen und junge Frauen ermordet. Seit Mai 1921, kurz vor seiner Verhaftung, wurden im Luisenstädtischen Kanal, unweit der Nähe von Großmanns Wohnung fast täglich Teile weiblicher Körper gefunden. Die Zerstückelung der Leichen und die Tatsache dass Großmann einen Wurststand am Schlesischen Bahnhof unterhalten hat legen den Verdacht nahe, dass er das Fleisch der Toten selbst gegessen und auch als Wurst- und Dosenfleisch verkauft habe.

Der betrunkene Karl Großmann zu einem Bekannten, Friedrichshain, 1921
Quelle: Die Welt

"Ich arbeite nicht, morde nur die Leute und nehme ihnen das Geld weg. Ich bin Schlächter von Beruf, schlachte aber kein Vieh, sondern nur Frauen. Ich schneide sie in Stücke und verbrenne die Stücke. Den Pferden steche ich die Augen, den Hunden schneide ich die Augen mit einem Messer aus, und die kleinen Kinder schlage ich mit einem Stein tot."